Gedanken

Ausbildung

9. Januar 2016
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Kurz nachdem ich von Gran Canaria zurück gekommen bin hat meine Ausbildung begonnen. Die Ausbildung zum Tischler. Geplant war, dass ich eine Lehrzeitverkürzung bekomme und mich nur zwei Jahre in Lehre befinde. Aber es kam ein wenig anders.

Bevor die Schule im September begann, arbeitete ich schon einige Wochen in meinem Betrieb mit. Es war sehr ungewohnt nach den drei Jahren nichts tun bzw. Student sein sich morgens um 6 aufzurappeln um pünktlich im Geschäft anzukommen. Pünktlichkeit befand sich bei mir nämlich bisher nicht unbedingt auf Platz 1 der Prioritätenliste. Aber das war schon machbar, nach kurzer Zeit hatte ich mich daran gewöhnt.

Dann begann die Schule und ich merkte schnell, dass es als Tischler eigentlich sehr ungewöhnlich ist -vor allem ohne Vorkenntnisse- im zweiten Lehrjahr zu beginnen. Außerdem hatte ich mich ja für die Ausbildung entschieden, um zu lernen, wie man schöne Dinge aus Holz und mit Händen (mit den klassischen Holzbearbeitungswerkzeugen) herstellt. Und genau diesen Teil lernt man nicht im Betrieb, sondern vor allem im ersten Jahr der Ausbildung, in dem zwei Wochen jeweils einen Zyklus darstellen. In der ersten Woche hat man an 3 Tagen der Woche BP (Berufspraxis/Werkstattunterricht) und 2 Tage bestehen aus BT (Berufstheorie). In der zweiten Woche ist es genauso bis auf das ein Tag davon im Betrieb stattfindet. Im Klartext heißt das also, das gerade mal alle zwei Wochen ein Tag im Betrieb mitgearbeitet wird und der Rest der Zeit in das Erlernen der grundlegenden Techniken der Holzbearbeitung fließt.

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Drechseln ausprobieren

Wer mich kennt weiß, dass ich sehr sprunghaft bin und auch dieses Mal wurde mein Gewissen nicht vor dieser Charaktereigenschaft verschont. Es kamen wieder einmal Zweifel auf, ob ich hier eigentlich das Richtige mache, denn als ich nach meinem Studienabbruch an den Beruf des Tischlers dachte, stellte ich mir immer jemanden in seiner eigenen kleinen Werkstatt vor, wie er die schönsten Möbel zaubert. So ein bisschen wie Meister Eder. Das stellte sich jedoch bald als Illusion heraus, denn fast alles wird heute mit Maschinen gefertigt und meist handelt es sich bei dem Holz dann auch um Holzwerkstoffe und kein Vollholz mehr. Klar, hätte ich mir auch vorher denken können, aber so bin ich halt (naiv).

So hat mir bisher immer ein bisschen das Ziel gefehlt auf das ich hinarbeiten kann. Vor einigen Tagen habe ich durch Zufall aber eine recht interessante Weiterbildungsmöglichkeit für Tischler entdeckt. Keine Ahnung warum ich auf die Idee nicht schon früher gekommen bin, aber ich hatte einfach mal bei Wikipedia den Beruf Tischler eingegeben und da gab es einen Eintrag über Möglichkeiten sich weiterzubilden. Eine davon ist der staatlich geprüfte Gestalter. Diese Ausbildung beinhaltet vor allem die Spezialisierung auf die Gestaltung von Innenräumen (Bsp. Büros, Kaffees, Praxen, usw.). Meine weitere Recherche führte mich auf die Website einer Schule in Flensburg. Dort ist Ende Januar eine Infoveranstaltung und ich glaube da fahre ich hin!

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2 Comments

  • Reply Mona 10. Januar 2016 at 10:01

    Viel Erfolg!

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