Gedanken

Ich wollte lernen…

5. Mai 2017
aa

…..wie man schöne Möbel baut. In meinem Kopf stellte ich mir vor, wie Meister Eder an seiner Hobelbank mit seinen Werkzeugen die schönsten Möbel baut. So etwas wollte ich auch können und aus dieser Intention heraus bewarb ich mich für eine Ausbildungstelle im Schreinerhandwerk.

Leider bin ich mir momentan nicht mehr sicher, woraus das Handwerk des Schreiners heutzutage überhaupt noch besteht und ob es dem entspricht, was ich gut finde. Im ersten Jahr der Ausbildung lernte ich genau die spannenden Dinge, auf die ich mich freute. Ich lernte den Umgang mit Hobeln, Sägen und Stemmeisen und die unterschiedlichen Anwendungsgebiete für diese Werkzeuge. Über das Jahr bauten wir in der Schule die verschiedensten Stücke, alle mit der Hand und ohne viel Maschinenarbeit. Das Gesellenstück, das nun schon bald ansteht, zielt darauf ab, genau diese handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Es gibt sogar Weltmeisterschaften im Handwerk, bei denen sich Menschen aus der ganzen Welt in diesem Bereich messen.

Von Hand Dinge aus Holz (und nicht aus Holzwerkstoffen) herzustellen ist für mich das, was das Handwerk ausmacht. Die Techniken zum formen von Holz zu erlernen finde ich sehr interessant.

Im Kontrast dazu steht für mich die CNC-Technik, Begriffe wie „System 32“ und die Unmengen an Holzwerkstoffen die es mittlerweile gibt um dir vorzugaukeln, du hättest ein echtes Stück Holz vor dir. Durch sie gehen traditionelle und nicht zuletzt individuelle Techniken verloren, was ich als sehr schmerzhaft und traurig empfinde. Anfangs dachte ich, bei einer Ausbildung zum Schreiner würden diese Werte eine große Rolle spielen und das der Beruf ein Pendant zu Ikea und Co darstelle… In Wirklichkeit verkommt der Beruf aber leider mehr und mehr zu einer Montagetätigkeit, bei der man, grob gesagt, nur noch Platten aneinander schraubt. Da ich diese Entwicklung sehr schade finde, hege ich ernsthafte Zweifel daran, ob ich in diesem Bereich bleiben werde…

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1 Comment

  • Reply Jonas 7. Juli 2017 at 10:35

    Hallo Nils,

    schade, zu lesen, dass dich die Arbeit derzeit etwas enttäuscht! Ich befinde mich gerade auf ähnlicher Laufbahn und strebe gerade einer Tischlerausbildung entgegen. Ich habe mich in der Bewerbungsphase in vielen Werkstätten umgesehen, weil mir das auch wichtig war / ist, nicht nur zu lernen wie man die Maschinen bedient, die dann etwas aus dem Holz machen, sondern eben selber das Holz formen zu können. Und meine kurzen Einblicke sagen mir, dass es verdammt darauf ankommt, in welchem Betrieb man arbeitet und lernt. Und da gibt es ja glücklicherweise mehrere zur Auswahl. Also wenn du weißt, was du willst, dann schaue dich doch nochmal um, ob es nicht Betriebe gibt, die auch nach deinen Vorstellungen arbeiten oder die dich zumindest darin weiterbringen.

    Cheers und lieben Gruß,
    komm doch mal wieder nach Potsdam 🙂

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